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Atemrhythmus




Atemrhythmus

Unser Atem zeigt sich in einem rhythmischen Vorgang von Einatem-Ausatem-Atempause. Die Luft, die wir einatmen, gelangt zu uns aus allen Teilen des Universums. Sie ist aufgeladen mit Energien, die von der Ausstrahlung unserer Erde und aller Weltraumexistenzen herstammen. Sie strömt in den einzelnen Menschen ein.

Das Blut des "jeweiligen Leibes" ist das Transportmittel, das die Luft in jede Zelle - in den ganzen Leib - leitet. Im Einatem empfangen wir Kräfte von außen (weibliches Prinzip: Hingabe, Lassen). Unsere Körperwände weiten sich, es entsteht Raum. Dann, wenn der Ausatem erfolgt, erhält die Kraft Form (männliches Prinzip: Tat, Schöpfung, Tanz, Bewegung etc.). Durch den Ausatem ist auch die Möglichkeit gegeben, Aufgestautes, Verbrauchtes, das im Menschen beherbergt ist, hinaus zu lassen.

Durch ein herzhaftes Gähnen dürfen wir beispielsweise unsere Seele entlasten und ein tief entschlüpfter Seufzer ist auch ein Kind des Ausatems. Im Ausatem schwingen unsere Körperwände zurück. Ergänzend möchte ich noch hinzufügen: jede dieser Kräfte -sowohl die im Einatem wie auch im Ausatem gewonnenen - enthalten auch einen kleinen Anteil der anderen in sich, wie aus dem chinesischen Tai Chi-Symbol ersichtlich ist.

An dieser Stelle möchte ich Abdu'l Baha zitieren:

"...alle Glieder und Organe des Körpers helfen einander; darum gibt es Leben. Wenn in diesem wundervollen Organismus eine Trennung entsteht, wandelt sich das Leben in Tod und die Teile des Körpers zersetzen sich; ebenso waltet unter den Bestandteilen des Daseins ein wundervoller Zusammenhang und ein Kräfteaustausch, der die Ursache des Lebens in der Welt ist und die Fortdauer seiner zahllosen Erscheinungen bedingt.

Wenn wir die Lebewesen und die heranwachsenden Pflanzen betrachten, sehen wir, daß die Tiere und der Mensch ihr Leben durch Einatmen der Ausdünstungen der Pflanzenwelt erhalten. Dieses Element wird Sauerstoff genannt. Das Pflanzenreich seinerseits gewinnt sein Leben von den belebten Geschöpfen durch die Substanz, die wir Kohlenstoff nennen. Kurz - die sinnbegabten Wesen fristen ihr Leben durch die vegetativen Wesen und das Vegetative fristet sein Leben durch die sinnbegabte Kreatur..."

In der Atemruhe erlebt der Mensch die Geborgenheit, in der Kraft, die ihn trägt. Um dies wirklich erfahren zu können,ist zuvor ein vertrauendes Loslassen Voraussetzung. Gleichzeitig darf der Mensch sich bereit machen auf einen Neuanfang - das einzigartige Kommen seines folgenden Einatem. "Leben ist Rhythmische Bewegung im ewigen Spiel des Entstehens und Vergehens aller irdischen und kosmischen Erscheinungen. In die Kraft des Rhythmus, die als die ewige Wiederkehr des Ähnlichen aus dem Urgrund allen Seins aufsteigt, sind wir mit unserem Sein eingebettet." (Ilse Middendorf, Der Erfahrbare Atem)

Am Leitseil des Atems können wir unseren Leib als Raum empfinden lernen. Der Schlüssel dazu heißt Sammeln, Empfinden, Atmen.

Seminar am 19.09.2010 - The Joy of Chanting

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