Ananda Prana


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Atman




Atman

"In Indien ist der Atman das individuelle, geistig ewige Selbst, das sich am Endziel der geistigen Entwicklung mit Brahma, dem göttlichen Selbst, vereinigt, ursprünglich als Atem gedacht; darüber hinaus entfaltet sich die psychophysische Gesamtheit des Menschen in fünf verschiedenen Atemströmen, die in engem Zusammenhang mit der Kundalini-Schlange stehen." (Herder-Lexikon, S.

Gewähren wir uns noch gegen Ende dieses Kapitels einen Einblick in das Leben auf den Philippinen, dann treffen wir dort auf sogenannte Wunderheiler, die ihre eigene Atemkraft verwenden, um den schwerstkranken Menschen Leben einzuhauchen. Beenden wir nun unsere kleine Weltreise mit einem Abstecher von den Philippinen nach China, dann begegnen wir der taoistischen Philosophie, die uns die Vorstellung von neun unterschiedlichen uranfänglichen Atemströmen übermittelt, welche nach und nach die Voraussetzung für alles Seiende geschaffen haben, indem sie sich auf eine ganz bestimmte Art ihren Weg bahnten, so daß sich allmählich ein Zusammenfluß ergeben konnte. So entwickelte sich der physische Raum. In der Hoffnung, daß es mir gelungen ist, durch die Auswahl meiner aufgezeigten Gedanken, den kostbaren Wert des Atems zu vermitteln, möchte ich jetzt mit einem Erlebnis von C. G. Jung meine kulturellen Ausflüge zum Abschluß bringen.

Ein Erlebnis von C. G. Jung bei den Eingeborenen auf Mount Elgon in Ostafrika:
"Jeden Morgen in der Dämmerung verlassen sie ihre Hütten und hauchen - oder spucken - in ihre Hände, die sie dann den ersten Sonnenstrahlen entgegenstrecken, als ob sie ihren Atem oder ihren Speichel ihrem Schöpfer darbringen wollten... Als ich sie nach dem Sinn dieser Handlung fragte, konnten sie mir nur sagen: 'Wir haben es immer getan, immer bei Sonnenaufgang."1 (C. G. Jung, S.378)

Wenn ich meine Zeilen überblicke, stellt sich mir die Frage, wie können wir - wir westlichen Menschen - wieder Geist, Seele und Leib verbinden, unser Eins-sein erfahren? Können wir Rituale anderer Völker bedenkenlos hier übernehmen? Ich bezweifle, daß wir uns so tief in die Eigentümlichkeiten fremder Kulturen einlassen können, um ein erbauendes Wachstum zu erlangen. Mir ist es wichtig, aus unserer eigenen Kultur heraus Brücken zu schlagen (einen uns angemessenen Weg zu finden, den Tag zu begrüßen mit Hilfe des Atems - ähnlich wie die Eingeborenen von Mount Elgon). Wenn wir unsere Herkunft annehmen und unsere Wurzeln neu aufsuchen, dann ist immer noch Platz, uns durch das Erbgut fremder Kulturen bereichern zu lassen. Der Erfahrbare Atem, wie ihn Prof: Ilse Middendorf lehrt, schenkt uns die Möglichkeit, zu unseren Quellen des Lebens zurück zu finden auf eine - wie ich meine - natürliche Art und Weise.

Seminar am 19.09.2010 - The Joy of Chanting

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